Feldbahn-Lok Jung-Baureihe (600mm) "HILAX"
Seite 1: Kurzbeschreibung und Fotos - Teil 1
Die Soundaufnahmen sind natürlich auf der dritten, der „Sound“-Seite zu hören.
Diese kleine 600mm-Feldbahn-Lok, von der man hier nun den Sound anhören kann, gehört zwar heute (zum Zeitpunkt der folgenden Aufnahmen) zu den betriebsfähigen Triebfahrzeugen
der Waldeisenbahn Muskau, aber sie war nie im Betriebspark der Reichsbahn, kam direkt von einem Steinbruchbetrieb über Umwege hierher, ist also im Unterschied zu den anderen Dampfloks
der WEM auch nie in dem 99er-Nummernschema der DR mit aufgenommen worden.
Deshalb ist ihr hier eine eigene Baureihen-Seite gewidmet. Und von einer richtigen „Baureihe“ kann man auch wirklich sprechen: Die Firma Jung im Stadtteil Jungenthal
von Kirchen an der Sieg, damals weltweit bekannt für die Konstruktion und Verkauf von vielen Lokomotiven, insbesondere sehr zahlreicher Feldbahn- und Baulokomotiven diverser Spurweiten,
verkaufte doch (laut Literatur) von 1922 bis 1942 tatsächlich 190 Exemplare der zwei Bauserien (erste von 1922 bis 1935, zweite von 1936 bis 1942).
Fa.Jung hatte ihre selbst entwickelten Lokomotiven-Baureihen, die auf Vorrat und Abruf zum Verkauf aus Katalog gebaut wurden, nicht - wie die vielen Bahnen und Bahngesellschaften -
mit einem Nummernsystem, sondern mit Namen versehen. Und den Jung-Namen der 190 Bn2t-Loks mit 65PS für 600mm „HILAX“ hat nun die WEM einfach als Bezeichnung für dieses Einzelexemplar
übernommen. Sie trägt also (zur Zeit der Soundaufnahmen) keine Betriebsnummer aber auch kein Namensschild oder sowas, nur eine Reproduktion des Fabrikschilds.
Es ist übrigens nicht die einzige Lok dieser Baureihe, die bei Museumsbahnen überlebt hat, auch andere sind/waren sogar bei anderen Museums-Feldbahnen
zeitweise betriebsfähig.
Für tiefgehender Interessierte sei an dieser Stelle wieder die Literatur z.B. auch über die Firma Jung und die Webseiten der entsprechenden Musemsbahnen empfohlen.
An dieser Stelle nur noch mal kurze Auszüge aus den wikipedia-Seiten:
„Die Lokomotiven des Typs HILAX der Lokomotivfabrik Jung sind eine in den 1930er Jahren in großer Stückzahl erbaute Dampflokomotiv-Baureihe für Feldbahnen in der Spurweite von 600 mm.
Die Serie umfasste 190 Lokomotiven. Mit HILAX bezeichnete die Herstellerfirma Lokomotiven mit 65 PS und der Spurweite 600 mm.
Die Feldbahnlokomotive wurde in mehreren Serien ab 1938 geliefert. Bei der Waldeisenbahn Muskau (WEM) ist eine Lokomotive erhalten geblieben, sie wird betriebsfähig aufgearbeitet. Auch beim Feldbahnmuseum Oekoven und dem Frankfurter Feldbahnmuseum
ist je eine Lokomotive in betriebsfähigem Zustand vorhanden. Weitere Lokomotiven sind z.B. in Bulgarien, in Schweden, England und Frankreich erhalten.“
Die Lok HILAX der WEM stammt mit dem Baujahr 1938 aus der 2.Serie. Hier die entsprechenden, teilweise von mir zeitlich etwas aktualisierten Zitate von der WEM-Homepage:
„1938 lieferte die Lokomotivfabrik Arn. Jung, Jungenthal unter der Fabriknummer 8293 eine 65 PS starke Feldbahndampflokomotive der Type Hilax
(Anm.:über den Feldbahnen-Händler Erich Brangsch GmbH, Leipzig-Engelsdorf) an die Carl Halbach AG, die seit 1902 in Kamenz-Bernbruch ein Schotterwerk betrieb. Zusammen mit zahlreichen Lokomotiven anderer Hersteller zog sie dort
fast 40 Jahre lang schwere Lorenzüge aus dem Steinbruch zum Brecherwerk und zur Verladung. Nach der Stilllegung des Betriebes im Jahr 1976 wurden die drei verbliebenen Dampflokomotiven
durch Eisenbahnfreunde vor der drohenden Verschrottung bewahrt.
JUNG 8293 gelangte zur Parkeisenbahn Gera, wo sie jedoch nicht wieder in Betrieb genommen wurde. Nach 20 Jahren Abstellzeit im Freien gelangte sie 1998 schließlich zur Waldeisenbahn Muskau
und war seitdem als rollfähiges Ausstellungsstück im Museumsbahnhof Anlage Mitte ausgestellt.
Die Hilax stellt die moderne Baulokomotive der späten 1930er Jahre dar und wurde für den Einsatz auf Großbaustellen entwickelt. Eine baugleiche Maschine war in den 50er Jahren im
Tagebau „Grube Frieden“ eingesetzt, welcher einen Anschlus an die Waldeisenbahn besaß. Von 190 gebauten Lokomotiven des Typs Hilax sind heute weltweit nur noch 8 Stück erhalten.
Seit dem Frühjahr 2017 arbeiteten wir nun an einem langfristigen Ziel: die betriebsfähige Aufarbeitung der denkmalgeschützten Lok, um sie im Museumsbetrieb auf den Strecken der Waldeisenbahn
einsetzen zu können. Im Rahmen der notwendigen Hauptinstandsetzung sollte die Lok optisch in den letzten Einsatzzustand um 1970 zurückversetzt werden.
In mehr als 2.000 Arbeitsstunden wurden in eigener Werkstatt bereits fehlende Baugruppen wie Fenster und Puffer neu angefertigt, sowie fast alle Armaturen und die komplette Bremsanlage aufgearbeitet.
Ersatzteile waren nicht mehr erhältlich und müssen nach Original-Zeichnungen aus Archiven oder nach Muster angefertigt werden.“
Im Jahr 2026 konnte sie nun auch endlich auch wieder in Betrieb genommen werden und absolvierte die ersten öffentlichen Fahrten während des traditionellen Ostern-Events auf der Bahn -
lautstark (für diese kleine Lokomotive...) und ohne Probleme.
Literatur:
Da ich aus folgender Quelle auch ein wenig zitiert habe, gibt`s an dieser Stelle wieder Empfehlung bzw. Werbung dafür:
Das - wie üblich bei dem Verlag - sehr interessante und 2014 entstandene, reichlich bebilderte Buch aus dem EK-Verlag:
Jung Lokomotiven, Band 2: Bauarten und Typen (von St.Lauscher/G.Moll)
Hier nun erstrahlt das seit Ostern 2026 neue „Schmuckstück“ der WEM in morgendlicher Sonnenbeleuchtung in Aktion:
LokomotiveHILAX beim Umsetzen bzw. Ansetzen an den Zug Richtung Kromlau im Bhf Weißwasser, um 9:25h am 05.04.2026.
| technische Daten der Fa.Jung -Feldbahnloks "HILAX": | ||
| Hersteller: | Fa. Arnold Jung GmbH, Jungenthal (Kirchen a.d. Sieg) | |
| Gattung: | K22.5 | |
| Bauart: | Bn2t | |
| Baujahre: | 1922-1942 (diese FabrNr. 8239 in 1938) | |
| Ausmusterung nach Regelbetrieb: | 1976 | |
| Spurweite: | 600 mm | |
| Länge über Kupplung: | 5790 mm | |
| (i.) Leistung: | 65 PS (48 kW) | |
| Dienstgewicht: | 11,2 t | |
| Betriebsdruck: | 12 bar | |
| Räder-Durchmesser: | 630 mm | |
| Gesamtachsstand: | 1300 mm | |
| Höchstgeschwindigkeit: | 18 km/h | |
| Rostfläche / Verdampfungsheizfläche: | 0,47 m² / 21,4 m² | |
| Wasservorrat: | 0,8 m³ | |
| Besonderheiten: | Doppelpuffer, "Kobel"-Schornstein-Funkenfänger ähnlich der Bauart KRAUSS/Rose, Heusinger-Steuerung mit Flachschieber |
|
Lok HILAX zieht rückwärts (Tv) mit leeren Wagen zum Umsetzen auf das Bahnsteiggleis vor, in Weißwasser um 9:35h am 03.04.2026.
... HILAX schiebt die (noch leeren) Wagen für den Zug Richtung Kromlau auf das Bahnsteiggleis, am nördlichen Bahnübergang Bhf. Weißwasser um 9:35h am 03.04.2026.
Lok HILAX mit Zug Bad Muskau→Weißwasser im kurzen Waldabschnitt zwischen den Bäumen vor der Kurve vor der Obstbaumwiese, um 12:15h am 03.04.2026.
(synchron zum Sound: cd342‑06)
... dto, eben nur hinterher fotografiert über den Obstbaumwiesenhang hinweg, um 12:15h am 03.04.2026.
(synchron zum Sound: cd342‑06)
Infolge des Ausfalls der 99 3315 am Karfreitag (siehe Sound-Seite der 99.331) musste nun jeder zweite Zug von Bad Muskau den Berg hoch Richtung Weißwasser
mit Diesellok fahren. Daher hatte ich mich entschieden, auch der völlig flachen Strecke nach Kromlau mal einen (fotografischen...) Besuch abzustatten, wenn die einzige Dampflok dorthin an diesem Tag
dort unterwegs war, was ja nun nur HILAX war. Bei diesem Foto hier hatte wenige Minuten zuvor und nur Sekunden(!) danach sehr schön die Sonne in den Wald hinein auf die Bahn geleuchtet.
Deshalb stand ich exakt hier an dieser Stelle, aber... im entscheidenden Moment hatte natürlich eine größere Wolke ein schöneres Foto „erfolgreich“ verhindert,
so dass ich selbst damit erfolglos wurde...;-(.
Lok HILAX mit Zug von Kromlau nach Weißwasser zurück, fotografiert im Wald am Kromlauer Weg kurz vor der Kurve am Abzweig (zur Tonbahn), um 13:48h am 03.04.2026.
Lok HILAX Tv mit Zug Zug Weißwasser→Bad Muskau im kurzen Waldabschnitt zwischen den Bäumen (unterhalb der Obstbaumwiese) zwischen den Kurven, um 14:56h am 03.04.2026.
Lok HILAX Tv abwärts rollend mit Zug Zug Weißwasser→Bad Muskau, fotografiert vom Waldweg aus gegenüber von dem oft erwähnten Wiesenhang mit den Obstbäumen an dem Siedlungshaus, oberhalb - also in diesem Fall vor - von Bad Muskau, um 17:49h am 03.04.2026.
Lok HILAX mit dem letzten Zug des Tages Bad Muskau→Weißwasser, schön angeleuchtet vom tiefstehenden Sonnenlicht, in der Steigung oberhalb Bad Muskau
am Waldrand und direkt neben dem Obstbaumwiesenhang, um 18:15h am 03.04.2026.
(synchron zum Sound: cd342‑08)
HILAX mit Zug Bad Muskau→Weißwasser im kurzen Waldabschnitt zwischen den Bäumen in den Kurven oberhalb von Bad Muskau, um 12:12h am 04.04.2026.
(synchron zum Sound: cd342‑10)
HILAX mit Zug Bad Muskau→Weißwasser hinter Ausfahrt Bad Muskau im Kurparkgelände nahe der leider oft vielbefahrenen (Bundes-) Straße,
zwischen den Rododendronbüschen, um 15:18h am 04.04.2026.
(synchron zum Sound: cd342‑10)

-freaks