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HF 191 “AQUARIUS C”
Sound der 750mm-Lokomotive ex Heeresfeldbahn

Seite 1: Beschreibung der Lok und Fotos - Teil 1

Die Tonaufnahmen dieser Lokomotive sind auf der 2.Seite zu hören.

Da es sich nicht um eine “typische Lokbauart für öffentliche deutsche Bahnen” handelt, lässt sich auch keine Kurzbeschreibung in der sonst verwendeten Literatur finden. Aus diesem Grund ist es wohl am einfachsten, ich zitiere hier den Eintrag im deutschen “wikipedia.org” (link: de.wikipedia.org/wiki/Heeresfeldbahnlokomotive_HF_210_E). Hier ist der Text:

Geschichte der Lokomotive “AQUARIUS C”

Die Wehrmacht gab Ende der 1930 Jahre verschiedene Prototypen von Feldbahn-Lokomotiven für den militärischen Einsatz in Auftrag. Eine davon war eine fünfachsige „schwere Heeresfeldbahn-Dampflokomotive“ mit 750 mm Spurweite, die bei Borsig in Auftrag gegeben wurde. ( Auch Krauss-Maffei, Orenstein & Koppel und Jung entwickelten fünfachsige Lokomotiven.) Am 10. August 1939 wurde die Maschine vom Werk unter der Fabriknummer 14806 abgeliefert, anschließend wurde sie durch das Waffenprüfamt 5 (WaPrüf 5) HF-Nr. 191 in Betrieb genommen. Sie war ursprünglich als Tenderlokomotive konzipiert und wurde nachträglich mit einem Schlepptender ausgestattet.
Vom Oktober 1942 bis März 1943 stand sie beim Eisenbahnbaubataillon 512 auf der 600 mm Schmalspur-Heeresfeldbahn Tuleblja Demjansk (Sowjetunion) im Einsatz. Die Möglichkeit der Umspurung war schon beim Bau vorgesehen gewesen. Im Januar/Februar 1945 wurde sie von Rehagen-Klausdorf mit Transport von Feldbahnmaterial nach Mittersill an der Pinzgauer Lokalbahn in Salzburg gebracht. Dort ist sie nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zu alliiertem Beutegut geworden. Von 1945 bis zum Oktober 1957 wurde sie als Personenzuglok bei der Salzkammergut-Lokalbahn mit der Betriebsnummer 22 im Personenverkehr eingesetzt. Dazu wurde sie auf die geringfügig größere Spurweite von 760 mm umgespurt. Nach Einstellung der SKGLB wurde sie an die Zillertalbahn verkauft, dort wurde sie von 1958 bis 1972 hauptsächlich als Güterzug-Lokomotive mit der Betriebsnummer ZB 4 im Güterverkehr eingesetzt. Am 27. Oktober 1968 erhielt sie durch walisische Zillertalbahnfreunde den Namen CASTLE CAEREINION.
Ab dem 8. April 1974 fuhr sie fünf Jahre für EUROVAPOR auf der ÖBB-Schmalspurstrecke der Bregenzerwaldbahn bis zu deren Stilllegung im Mai 1980. Am 22. Dezember 1980 wurde sie von der Zillertalbahn an den deutschen Industriellen Walter Seidensticker verkauft. Sie kam im März 1981 wieder in das Zillertal, wo sie in den beiden folgenden Jahren noch für Sonderzüge zur Verfügung stand. 1984 bis 1986 wurde sie in der Hauptwerkstatt der Teutoburger Wald-Eisenbahn in Lengerich überholt. Im April 1986 kam sie zur Jagsttalbahn Dörzbach–Möckmühl und war dort in Betrieb, bis sie Ende 1988 einen Schaden am Kessel erlitt. 1991 bis 1996 war sie ohne Tender im Deutschen Technikmuseum Berlin ausgestellt.
Nach einer Hauptuntersuchung 1996/1997 im Werk Görlitz-Schlauroth der Deutschen Bahn AG erfolgte im Mai 1997 die Inbetriebnahme bei der Rügenschen Kleinbahn. Im Juni 2005 lief die Kesselfrist ab. So stand die Lokomotive bis zum Ende 2007 in Putbus zur Reparatur abgestellt. Am 12. Dezember 2007 wurde sie mit einer Lastprobefahrt wieder in Betrieb genommen. Ab Mai 2008 gehörte die Lok der Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Pressnitztalbahn mbH in Jöhstadt, wurde dennoch weiterhin auf der Insel Rügen hauptsächlich im Sonderzugdienst eingesetzt.

Ein Nachbau von fünf fast gleichartigen Lokomotiven fand erst 1944 bei Henschel statt. Diese Lokomotiven kamen aber im Krieg nicht mehr zum Einsatz, sondern wurden später bei verschiedenen Bahnen eingesetzt. Die Lokomotive verfügt über einen Außenrahmen. Um auch kleine Halbmesser befahren zu können, was auf Feldbahnstrecken von besonderer Wichtigkeit ist, sind die Endachsen nicht fest gelagert, sondern als Klien-Lindner-Hohlachsen ausgeführt, die sich im Einsatz gut bewährten. Als Tender wurde ein üblicher Heeresfeldbahntender 2 T6 verwendet.

Werkfoto einer neu gebauten, abzuliefernden Lokomotive wurde auch für solche Feldbahnenloks erstellt, im Werksgelände Fa. BORSIG, 1939

Gar nicht so einfach, ein “passendes” altes Foto zur Beschreibung zu finden. Aber auf der Domain von Florian Rauth ("www.heeresfeldbahn.de") bin ich hierfür doch noch fündig geworden: Ein Werkfoto der Herstellerfirma Borsig. ACHTUNG: Der webmaster hat dort eine komplizierte copyright-Regelung zitiert, in der er eine Nicht-Hobby-Verwendung ohne Genehmigung ausschließt. Damit ist leider zunächst einmal dieses Foto nicht einfach wie sonst üblich als “copyleft” zu betrachten: Das obligatorische Werkfoto einer neu gebauten, abzuliefernden Lokomotive wurde auch für solche Feldbahnenloks erstellt, im Werksgelände Fa. BORSIG, 1939.